Herdwächter – Herdüberwachung zum Schutz vor Küchenbrand
Herdwächter – Herdüberwachung bezeichnet ein Sicherheitssystem, das die Wärmeentwicklung am elektrischen Kochfeld überwacht, vor einer kritischen Situation warnt und bei erkannter Brandgefahr die Stromzufuhr automatisch unterbricht. Ein passend ausgewählter und fachgerecht installierter Herdwächter kann das Risiko eines Küchenbrandes deutlich reduzieren, insbesondere bei vergessenen, unbeabsichtigt eingeschalteten oder unbeaufsichtigten Kochfeldern.
Der Herdwächter ersetzt jedoch weder aufmerksames Kochen noch Rauchwarnmelder, eine fachgerechte Elektroinstallation oder regelmäßige Funktionskontrollen.
Stand der fachlichen und rechtlichen Einordnung: August 2026
Herdwächter – Herdüberwachung: Was ist das genau?
Ein Herdwächter ist eine technische Sicherheitseinrichtung für Kochfelder. Das System soll eine gefährliche Wärmeentwicklung erkennen, bevor sich daraus ein offener Küchenbrand entwickelt.
Typische Systeme bestehen aus zwei zentralen Komponenten:
- Hitzesensor oder Überwachungssensor: Er wird abhängig vom zugelassenen System an der Dunstabzugshaube, an der Wand oder an der Decke montiert.
- Steuer- und Abschalteinheit: Sie wird in die Stromversorgung des Kochfeldes beziehungsweise des Herdes eingebunden und kann die Energiezufuhr unterbrechen.
Erkennt der Sensor eine auffällige Temperaturentwicklung, gibt das System zunächst ein Warnsignal aus. Wird die Situation nicht rechtzeitig entschärft oder bestätigt, schaltet die Steuereinheit das Kochfeld ab.
Ein Herdwächter ist damit mehr als ein Warnmelder. Sein entscheidender Vorteil besteht darin, dass er nicht nur auf eine Gefahr aufmerksam macht, sondern aktiv in die Energieversorgung eingreifen kann.
Herdwächter, Herdsicherung und Herdabschaltautomatik
Die Begriffe werden häufig gleichbedeutend verwendet, bezeichnen aber nicht immer dasselbe:
- Herdwächter: Überwacht die thermische Situation am Kochfeld und kann bei erkannter Gefahr abschalten.
- Herdüberwachung: Allgemeiner Begriff für die technische Kontrolle des Kochbereichs.
- Herdsicherung: Umgangssprachliche Sammelbezeichnung für verschiedene Schutzsysteme.
- Herdabschaltautomatik: Kann einen Herd zeitabhängig oder aufgrund bestimmter Betriebszustände abschalten. Nicht jede Abschaltautomatik erkennt eine konkrete Brandgefahr.
- Kochfeldüberwachung: Beschreibt meist die sensorbasierte Überwachung des Kochfeldes.
- Herdtimer: Schaltet nach einer voreingestellten Zeit ab, bewertet jedoch normalerweise nicht die tatsächliche Wärmeentwicklung.
Für einen verlässlichen Küchenbrandschutz ist deshalb nicht allein die Produktbezeichnung entscheidend. Wichtig sind der nachgewiesene Funktionsumfang, die Kompatibilität mit dem Kochfeld und die fachgerechte Installation.

Herdwächter – Herdüberwachung Charlottenburg Infografik
Warum Küchenbrände so schnell gefährlich werden
Ein Küchenbrand beginnt häufig unspektakulär: Ein Topf wird vergessen, eine Pfanne bleibt auf einer eingeschalteten Platte stehen oder ein Kochfeld wird unbeabsichtigt aktiviert. Befinden sich Kunststoffschüsseln, Küchentücher, Verpackungen oder Abdeckplatten auf dem Herd, kann sich daraus innerhalb kurzer Zeit ein offenes Feuer entwickeln.
Nach Auswertungen des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung beginnt etwa jeder fünfte der dort untersuchten Wohnungsbrände auf dem Küchenherd. Diese Auswertung bezieht sich auf die vom Institut untersuchten Schadenfälle und ist nicht ohne Weiteres auf alle Brände in Deutschland übertragbar. Sie zeigt dennoch, wie häufig der Herd als Brandquelle unterschätzt wird.
Typische Ursachen eines Herdbrandes
Zu den häufigsten Risikosituationen gehören:
- ein eingeschaltetes Kochfeld wird vergessen,
- heißes Fett oder Öl bleibt unbeaufsichtigt,
- ein leerer Topf wird weiter erhitzt,
- das Kochfeld wird versehentlich eingeschaltet,
- Touch-Bedienfelder werden unbeabsichtigt aktiviert,
- brennbare Gegenstände liegen auf dem Kochfeld,
- eine Person verlässt während des Kochens die Wohnung,
- Ablenkung durch Telefonate, Kinder, Arbeit oder Besucher,
- Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme,
- eingeschränkte Mobilität oder verlangsamte Reaktionsfähigkeit,
- technische Defekte oder fehlerhafte Herdanschlüsse.
Eine besonders wichtige Brandschutzregel lautet deshalb:
Der Herd ist keine Abstellfläche.
Auch bei ausgeschaltetem Kochfeld sollten dort keine Küchentücher, Holzplatten, Kunststoffgegenstände, Verpackungen, Toaster oder anderen brennbaren Gegenstände dauerhaft abgestellt werden.
Technische Fehler werden vom Herdwächter nicht vollständig erfasst
Ein Herdbrand kann nicht nur durch menschliches Verhalten entstehen. Auch beschädigte Leitungen, lose Kontakte, fehlerhafte Klemmstellen oder Montagefehler können zu Überhitzung führen.
Ein Herdwächter überwacht in erster Linie die thermische Gefahr im Bereich des Kochfeldes. Er ersetzt deshalb keine fachgerechte Prüfung des Herdanschlusses und keine sichere Elektroinstallation.
Insbesondere bei älteren Anlagen sollte vor der Nachrüstung geprüft werden, ob Anschlussleitung, Herdanschlussdose, Absicherung und vorhandene Schutzmaßnahmen technisch einwandfrei sind. Informationen dazu finden Sie unter E-Herd anschließen Berlin-Charlottenburg.
So funktioniert ein Herdwächter
Die konkrete Funktionsweise hängt vom Hersteller und System ab. Typische Herdwächter arbeiten nach folgendem Prinzip:
1. Der Sensor überwacht die Wärmeentwicklung
Der Sensor erfasst die thermische Situation oberhalb oder in der Nähe des Kochfeldes. Dabei werden abhängig vom Produkt beispielsweise Temperatur, Temperaturanstieg und zeitlicher Verlauf ausgewertet.
Nicht jede hohe Temperatur bedeutet automatisch Brandgefahr. Beim scharfen Anbraten oder Aufkochen können regulär hohe Temperaturen entstehen. Deshalb muss ein Herdwächter zwischen normalem Kochverhalten und einer auffälligen Gefährdung unterscheiden können.
2. Das System gibt eine Vorwarnung aus
Wird eine mögliche Gefahr erkannt, ertönt bei vielen Systemen zunächst ein akustischer Voralarm. Die kochende Person kann darauf reagieren, den Topf vom Kochfeld nehmen oder das Gerät nach Herstellervorgabe bestätigen.
Der Voralarm verhindert, dass das Kochfeld bei jeder ungewöhnlichen Kochsituation sofort abgeschaltet wird.
3. Die Stromversorgung wird unterbrochen
Bleibt eine Reaktion aus oder verschärft sich die erkannte Situation, sendet der Sensor ein Signal an die Abschalteinheit. Diese unterbricht die vorgesehene Stromversorgung des Kochfeldes beziehungsweise Herdes.
Wie genau abgeschaltet wird, hängt von der elektrischen Anlage und dem zugelassenen System ab. Bei einem fest angeschlossenen Elektroherd kann eine ein-, zwei- oder dreiphasige Versorgung vorliegen. Die Abschalteinheit muss dafür ausdrücklich geeignet sein.
4. Das Kochfeld kühlt ab
Nach der Abschaltung bleibt vorhandene Restwärme bestehen. Das Kochfeld, der Topf oder die Pfanne können weiterhin sehr heiß sein. Brennbare Gegenstände dürfen deshalb nur entfernt werden, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist.
5. Das System wird wieder freigegeben
Je nach Modell erfolgt die Wiederfreigabe nach dem Abkühlen automatisch oder durch eine vorgesehene manuelle Bedienung. Die genaue Vorgehensweise ergibt sich aus der Bedienungsanleitung.
Ein abgeschalteter Herd darf nicht sofort wieder eingeschaltet werden, ohne vorher die Ursache des Alarms zu prüfen.
Herdwächter, Herdtimer und Rauchwarnmelder im Vergleich
| Schutzlösung | Was wird erkannt? | Automatische Herdabschaltung | Wesentlicher Vorteil | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|---|---|
| Herdwächter nach einschlägigem Prüfstandard | Kritische Wärmeentwicklung am Kochfeld | Ja | Greift unmittelbar an der möglichen Brandquelle ein | Muss zum Kochfeld, zur Küche und zur Elektroinstallation passen |
| Einfacher Herdtimer | Ablauf einer voreingestellten Zeit | Ja | Verhindert sehr lange unbeabsichtigte Betriebszeiten | Erkennt keine konkrete thermische Brandgefahr |
| Eingebaute Sicherheitsabschaltung des Kochfeldes | Herstellerabhängig, etwa fehlendes Kochgeschirr oder lange Betriebsdauer | Teilweise | Bereits im Gerät integriert | Deckt nicht zwangsläufig brennbare Gegenstände auf dem Kochfeld ab |
| Rauchwarnmelder | Rauch beziehungsweise Verbrennungsprodukte im Raum | Normalerweise nein | Warnt anwesende Personen und das Umfeld | Reagiert erst, wenn bereits Rauch entstanden ist |
| Wärmemelder | Überschreiten einer festgelegten Raumtemperatur | Normalerweise nein | Weniger anfällig für Kochdämpfe als Rauchmelder | Unterbricht die Energiezufuhr des Herdes in der Regel nicht |
| Smart-Home-Sensor mit Schaltaktor | Abhängig von Sensor, Software und Programmierung | Möglich | Flexible Meldungen und Fernbenachrichtigungen | Eine allgemeine Smart-Home-Automation ist nicht automatisch ein geprüfter Herdwächter |
Ein Rauchwarnmelder bleibt ein wichtiger Bestandteil des Brandschutzes. Er übernimmt jedoch eine andere Aufgabe als der Herdwächter. Während der Rauchwarnmelder vor bereits entstandenen Brandgasen warnt, soll die Herdüberwachung möglichst früh an der Wärmequelle eingreifen.
Für wen ist eine Herdüberwachung besonders sinnvoll?
Ein Herdwächter kann grundsätzlich in vielen privaten und gewerblichen Küchen eingesetzt werden. Besonders sinnvoll ist er, wenn das Risiko nicht allein durch organisatorische Regeln zuverlässig beherrscht werden kann.
Herdwächter für Senioren und alleinlebende Menschen
Mit zunehmendem Alter können Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit oder Kurzzeitgedächtnis nachlassen. Auch Medikamente, Erschöpfung oder gesundheitliche Belastungen können dazu führen, dass ein eingeschalteter Herd vergessen wird.
Ein Herdwächter kann in solchen Fällen helfen, selbstständiges Kochen länger zu ermöglichen. Er muss nicht bedeuten, dass einer Person die Fähigkeit zum Kochen abgesprochen wird. Richtig eingesetzt ist er eine zusätzliche technische Schutzebene, vergleichbar mit einem Rauchwarnmelder oder einem Hausnotruf.
Besonders sinnvoll kann eine Herdüberwachung sein, wenn:
- bereits ein Topf oder eine Pfanne vergessen wurde,
- die Person häufiger während des Kochens den Raum verlässt,
- Unsicherheit beim Ausschalten des Herdes besteht,
- Angehörige nicht dauerhaft anwesend sein können,
- die eigenständige Haushaltsführung erhalten werden soll,
- eine eingeschränkte Mobilität die Reaktion im Gefahrenfall erschwert.
Herdwächter bei Demenz oder Gedächtnisstörungen
Bei beginnender Demenz oder anderen kognitiven Veränderungen kann eine automatische Herdabschaltung eine erhebliche Entlastung darstellen.
Entscheidend ist eine individuelle Planung. Das System sollte:
- möglichst einfach zu bedienen sein,
- den normalen Kochvorgang nicht unnötig behindern,
- eine verständliche Warnung ausgeben,
- nicht unbeabsichtigt deaktiviert werden können,
- bei Bedarf in ein Betreuungskonzept eingebunden werden,
- regelmäßig auf Funktion geprüft werden.
Bei fortgeschrittenen Einschränkungen muss zusätzlich geklärt werden, ob selbstständiges Kochen insgesamt noch verantwortbar ist. Ein Herdwächter kann Risiken reduzieren, aber nicht jede Form der Aufsicht oder Betreuung ersetzen.
Familien, Haustiere und hektische Haushalte
Auch in Familienhaushalten können Herdplatten unbeabsichtigt eingeschaltet werden. Kinder, Haustiere, auf dem Bedienfeld abgestellte Gegenstände oder unbemerkte Berührungen von Touchflächen können eine Rolle spielen.
Eine Herdüberwachung ist deshalb nicht ausschließlich ein Hilfsmittel für ältere Menschen. Sie kann auch für Familien, Wohngemeinschaften und stark beanspruchte Haushalte sinnvoll sein.
Vermieter und Wohnungswirtschaft
Für Vermieter, Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen kann ein Herdwächter insbesondere bei folgenden Objekten interessant sein:
- Seniorenwohnungen,
- ambulant betreuten Wohngemeinschaften,
- barrierearmen Wohnungen,
- Studentenwohnheimen,
- Gemeinschaftsküchen,
- Serviced Apartments,
- Ferienwohnungen,
- möblierten Wohnungen,
- Übergangs- und Sozialwohnungen.
Vor der Installation sollte geklärt werden, wer für Bedienung, regelmäßige Kontrolle, Batteriewechsel und Wartung verantwortlich ist. Die Übergabe an Mieter oder Bewohner sollte dokumentiert werden.
Herdüberwachung in Büro, Praxis und Gewerbe
In Büro- und Personalküchen wird der Herd häufig von mehreren Personen genutzt. Verantwortlichkeiten sind nicht immer eindeutig. Ein Topf wird aufgesetzt, anschließend klingelt das Telefon oder ein dringender Termin beginnt.
Mögliche gewerbliche Einsatzbereiche sind:
- Büroküchen,
- Teeküchen mit Kochfeld,
- Personal- und Pausenräume,
- Arztpraxen,
- Kanzleien,
- soziale Einrichtungen,
- ambulante Pflegedienste,
- Gemeinschaftsunterkünfte,
- kleine Beherbergungsbetriebe,
- Schulungs- und Seminarräume,
- Küchen in Vereinen oder Gemeindeeinrichtungen.
Für Unternehmen besteht nicht automatisch eine allgemeine Herdwächterpflicht. Der Küchenbereich muss jedoch in die betriebliche Gefährdungsbeurteilung einbezogen werden. Ergibt die Beurteilung ein relevantes Brand- oder Fehlbedienungsrisiko, kann eine technische Herdabschaltung eine geeignete Schutzmaßnahme sein.
Die Herdüberwachung sollte dabei mit der DGUV V3 Prüfung in Berlin-Charlottenburg und der Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen abgestimmt werden.
Nicht jede gewerbliche Küche ist ein geeigneter Standardfall
Herdwächter für Haushaltskochfelder dürfen nicht ungeprüft auf professionelle Großküchen übertragen werden.
Eine gesonderte Planung ist insbesondere erforderlich bei:
- gastronomischen Kochlinien,
- Großküchen,
- gewerblichen Induktionsanlagen,
- Gasherden,
- offenen Flammen,
- mehreren gleichzeitig betriebenen Kochgeräten,
- sehr großen Kochfeldern,
- besonderen Brandschutzkonzepten,
- Anlagen mit zentraler Gebäudeleittechnik.
Hier müssen Elektroplanung, Gerätezulassung, Brandschutzkonzept, Betreiberpflichten und gegebenenfalls Gasabschaltung gemeinsam betrachtet werden.

Herdwächter – Herdüberwachung Charlottenburg
DIN EN 50615: Welche Norm gilt für Herdwächter?
Für Herdwächter ist insbesondere die DIN EN 50615 beziehungsweise VDE 0700-615 relevant.
Die deutsche Ausgabe trägt die Bezeichnung:
DIN EN 50615:2015-12 / VDE 0700-615:2015-12
Sie behandelt Prüfanforderungen an Vorrichtungen zur Feuervermeidung und Feuerlöschung auf elektrischen Kochmulden. Nach der aktuellen DIN-Media-Einordnung wird diese Ausgabe im August 2026 weiterhin als aktuelle Norm geführt.
Was sagt die Norm über ein konkretes Produkt aus?
Ein nachvollziehbarer Bezug auf die DIN EN 50615 zeigt, dass sich das Produkt an definierten Prüfanforderungen für Herdbrandschutzsysteme orientiert.
Beim Kauf sollte jedoch nicht nur die Formulierung „entspricht der Norm“ übernommen werden. Sinnvoll ist die Prüfung folgender Unterlagen:
- genaue Produkt- und Modellbezeichnung,
- ausdrücklicher Bezug auf DIN EN 50615 beziehungsweise EN 50615,
- Prüfbericht oder Zertifikat,
- ausgewiesener Anwendungsbereich,
- zulässige Kochfeldarten,
- zulässige Kochfeldbreiten,
- Montagepositionen und Montagehöhen,
- Anforderungen an die elektrische Abschalteinheit,
- Installations- und Bedienungsanleitung,
- Wartungs- und Batteriehinweise.
Ein geprüftes Produkt ist nicht automatisch für jede Küche geeignet. Auch ein normbezogener Herdwächter muss innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Einsatzbedingungen installiert werden.
Ist ein Herdwächter gesetzlich vorgeschrieben?
Für private Küchen besteht nach der derzeitigen allgemeinen Rechtslage keine bundesweite pauschale Einbaupflicht für Herdwächter.
Die DIN EN 50615 ist eine technische Norm und kein allgemeines Gesetz. DIN-Normen sind grundsätzlich freiwillig. Sie können jedoch rechtlich oder vertraglich Bedeutung erlangen, wenn sie:
- in einem Gesetz oder einer Verordnung in Bezug genommen werden,
- Bestandteil eines Vertrages sind,
- in einem Brandschutzkonzept festgelegt werden,
- von einem Betreiber oder Kostenträger verlangt werden,
- in Versicherungsbedingungen vereinbart wurden,
- zur Beurteilung anerkannter technischer Regeln herangezogen werden.
Bei Mietwohnungen sollte ein Eingriff in die feste Elektroinstallation vorab mit dem Eigentümer oder Vermieter abgestimmt werden. Je nach Umfang der Arbeiten kann eine Zustimmung erforderlich sein.
Was gilt für Arbeitgeber und Unternehmen?
Arbeitgeber müssen mögliche Gefährdungen am Arbeitsplatz beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen. Dazu können auch Gefährdungen durch elektrische Kochgeräte in Personal- oder Gemeinschaftsküchen gehören.
Ob ein Herdwächter erforderlich oder sinnvoll ist, hängt unter anderem ab von:
- Nutzerzahl,
- Nutzungsintensität,
- Zugänglichkeit des Kochfeldes,
- Organisation und Verantwortlichkeit,
- bisherigen Beinahe-Schäden,
- Anwesenheitszeiten,
- möglicher Nutzung außerhalb regulärer Arbeitszeiten,
- Brandlasten in der Umgebung,
- vorhandenen Warn- und Abschaltsystemen,
- Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung.
Eine Herdüberwachung ist im Gewerbe deshalb keine isolierte Einzelmaßnahme. Sie sollte Teil eines dokumentierten Sicherheitskonzeptes sein.
Welcher Herdwächter passt zu welchem Kochfeld?
Für unterschiedliche Elektrokochfelder sind geeignete Herdwächtersysteme erhältlich. Dazu können gehören:
- klassische Kochplatten,
- Glaskeramikkochfelder,
- Cerankochfelder,
- Induktionskochfelder,
- freistehende Elektroherde,
- Einbaukochfelder,
- kombinierte Herd- und Backofenanlagen.
Die pauschale Aussage „für alle Herde geeignet“ reicht für eine fachgerechte Auswahl nicht aus. Entscheidend ist immer die Kompatibilität des konkreten Modells mit dem konkreten Kochfeld und seiner elektrischen Versorgung.
Auswahl-Checkliste für einen Herdwächter
| Prüfkriterium | Was sollte geklärt werden? | Warum ist das wichtig? |
|---|---|---|
| Normbezug | Wird DIN EN 50615 beziehungsweise EN 50615 ausdrücklich genannt und dokumentiert? | Allgemeine Werbeaussagen sind kein ausreichender Funktionsnachweis |
| Kochfeldart | Induktion, Glaskeramik, klassische Kochplatten oder Sondergerät? | Wärmeentwicklung und Betriebsverhalten unterscheiden sich |
| Kochfeldgröße | Ist das System für die vorhandene Breite und Anordnung freigegeben? | Der Sensor muss den relevanten Kochbereich zuverlässig erfassen |
| Montageort | Dunstabzugshaube, Wand oder Decke? | Nicht jede Position ist bei jedem System zulässig |
| Montagehöhe | Liegt der Sensor innerhalb des freigegebenen Bereichs? | Eine falsche Höhe kann zu verspäteten oder unnötigen Alarmen führen |
| Stromversorgung | Ein-, zwei- oder dreiphasiger Anschluss? | Die Abschalteinheit muss zur elektrischen Anlage passen |
| Herd und Backofen | Werden beide gemeinsam oder getrennt versorgt? | Der Sensor überwacht häufig primär das Kochfeld; der Abschaltumfang ist installationsabhängig |
| Bedienung | Wie erfolgen Bestätigung, Rücksetzung und Wiederfreigabe? | Die Nutzung muss zur Zielgruppe passen |
| Batterieüberwachung | Wird eine schwache Sensorbatterie eindeutig gemeldet? | Eine unbemerkte leere Batterie kann die Schutzfunktion beeinträchtigen |
| Manipulationsschutz | Kann das System versehentlich oder absichtlich deaktiviert werden? | Besonders relevant in Pflege, Vermietung und Gemeinschaftsküchen |
| Dokumentation | Gibt es Anleitung, Prüfunterlagen und Seriennummern? | Wichtig für Übergabe, Wartung und gewerbliche Nachweise |
| Service | Sind Ersatzteile, Batterien und technische Unterstützung verfügbar? | Ein Sicherheitssystem sollte langfristig betreibbar bleiben |
Funktioniert ein Herdwächter auch bei einem Induktionsherd?
Für Induktionskochfelder gibt es geeignete Herdwächter. Dennoch muss die Freigabe für das konkrete Kochfeld und die vorgesehene Sensorposition geprüft werden.
Induktionskochfelder reagieren anders als klassische Kochplatten. Das Kochfeld selbst kann vergleichsweise kühl bleiben, während das Kochgeschirr sehr heiß wird. Ein geeigneter Herdwächter muss deshalb die tatsächliche Gefahrensituation oberhalb des Kochfeldes zuverlässig bewerten können.
Die im Induktionskochfeld eingebaute Topferkennung ist kein vollständiger Ersatz für eine Herdüberwachung. Auch auf einem Induktionskochfeld kann ein ungeeigneter oder leerer Topf stark erhitzt werden. Zudem können brennbare Gegenstände in ungünstigen Situationen gefährdet sein.
Ist ein Herdwächter für einen Gasherd geeignet?
Übliche Herdwächter mit elektrischer Abschalteinheit sind vorrangig für Elektrokochfelder vorgesehen.
Bei einem Gasherd müsste im Gefahrenfall die Gaszufuhr sicher und mit einem dafür zugelassenen System unterbrochen werden. Eine elektrische Abschaltung allein beendet die Gasflamme nicht.
Für Gasgeräte ist deshalb eine spezielle, ausdrücklich freigegebene Lösung erforderlich. Die Planung muss mit einem qualifizierten Fachbetrieb für Gasinstallationen und gegebenenfalls mit dem Brandschutzverantwortlichen erfolgen.
Ein für Elektroherde bestimmter Herdwächter darf nicht ohne Herstellerfreigabe auf einen Gasherd übertragen werden.
Überwacht der Herdwächter auch den Backofen?
Ein Herdwächter überwacht üblicherweise den Bereich des Kochfeldes. Ob bei einer Abschaltung zusätzlich der Backofen stromlos wird, hängt von der Geräteausführung und der elektrischen Installation ab.
Mögliche Varianten sind:
- Kochfeld und Backofen werden gemeinsam versorgt,
- Kochfeld und Backofen besitzen getrennte Stromkreise,
- der Herdwächter schaltet nur den Kochfeldbereich,
- die vorgesehene Steuereinheit unterbricht den gesamten Herdanschluss.
Die tatsächliche Ausführung muss vor der Installation geprüft werden. Eine Überwachung des Kochfeldes darf nicht automatisch mit einer eigenständigen Brandüberwachung des Backofens gleichgesetzt werden.
Herdwächter nachrüsten: Warum die Installation durch einen Elektriker erfolgen sollte
Bei den meisten Elektroherden greift die Abschalteinheit in einen fest angeschlossenen Stromkreis mit hoher Anschlussleistung ein. Fehlerhafte Arbeiten können zu Stromschlag, Überhitzung, Lichtbogenbildung oder Brand führen.
Die Installation sollte deshalb durch eine Elektrofachkraft erfolgen.
Der Elektriker prüft unter anderem:
- Art und Leistung des vorhandenen Kochfeldes,
- Herstellerangaben des Herdwächters,
- ein-, zwei- oder dreiphasige Versorgung,
- Zustand der Herdanschlussdose,
- Anschlussleitung und Klemmstellen,
- vorhandene Absicherung,
- Schutzleiter und Schutzmaßnahmen,
- Einbaumöglichkeit der Abschalteinheit,
- zulässige Sensorposition,
- sichere Kommunikation zwischen Sensor und Steuereinheit,
- Funktion der Warnung und Abschaltung.
Ein Herdwächter darf nicht einfach wie ein beliebiges Smart-Home-Relais in die Herdleitung eingebaut werden. Die Steuereinheit muss für die auftretenden elektrischen Belastungen vorgesehen und entsprechend der Herstelleranleitung installiert sein.
Bei älteren Gebäuden kann eine ergänzende Prüfung der Altbau-Elektroinstallation in Berlin-Charlottenburg sinnvoll sein. Eine Erneuerung des Verteilers ist nicht automatisch erforderlich. Werden jedoch erhebliche Mängel festgestellt, sollte geprüft werden, ob der Sicherungskasten erneuert oder gezielt instand gesetzt werden muss.
Schritt-für-Schritt: So wird eine Herdüberwachung geplant und installiert
Schritt 1: Schutzbedarf und Nutzung klären
Zunächst wird festgestellt, warum der Herdwächter benötigt wird.
Mögliche Ziele sind:
- Schutz einer alleinlebenden Person,
- Unterstützung bei Gedächtnisproblemen,
- Absicherung einer Gemeinschaftsküche,
- Reduzierung betrieblicher Brandrisiken,
- Erfüllung eines Betreuungskonzeptes,
- Reaktion auf einen bisherigen Beinahe-Schaden.
Die Nutzergruppe beeinflusst die Auswahl des Systems. Ein Gerät für eine Privatwohnung kann andere Anforderungen haben als ein Herdwächter in einem Büro, einer Pflegeeinrichtung oder einer Ferienwohnung.
Schritt 2: Kochfeld und Herdanschluss erfassen
Benötigt werden möglichst:
- Hersteller und Modell des Kochfeldes,
- Foto des Typenschildes,
- Kochfeldart,
- Kochfeldbreite,
- Foto der gesamten Kochstelle,
- Foto der Dunstabzugshaube,
- Abstand und räumliche Situation oberhalb des Kochfeldes,
- Information, ob Backofen und Kochfeld zusammengehören,
- Foto des geschlossenen Sicherungskastens.
Der Sicherungskasten soll für Fotos nicht eigenständig geöffnet werden.
Schritt 3: Geeignetes System auswählen
Der Herdwächter wird anhand der Herstellerfreigaben ausgewählt. Dabei werden Sensorposition, Kochfeldtyp, Anschlussart und Nutzeranforderungen berücksichtigt.
Für Pflege- und Gewerbeanwendungen können zusätzlich wichtig sein:
- Manipulationsschutz,
- dokumentierte Fehleranzeige,
- Weiterleitung einer Meldung,
- eindeutige Batteriewarnung,
- besonders einfache Bedienung,
- definierte Verantwortlichkeit für Kontrollen.
Schritt 4: Bestehende Elektroinstallation prüfen
Vor dem Einbau wird geprüft, ob der vorhandene Herdanschluss sicher und für die Abschalteinheit geeignet ist.
Festgestellte Mängel sollten vor der Inbetriebnahme behoben werden. Ein neues Sicherheitssystem darf nicht auf einer erkennbar mangelhaften Anschlussanlage aufgebaut werden.
Schritt 5: Sensor fachgerecht positionieren
Der Sensor wird ausschließlich an einer vom Hersteller zugelassenen Position montiert. Dabei müssen Montagehöhe, Abstand, Ausrichtung und Umgebung berücksichtigt werden.
Fettablagerungen, bewegliche Haubenteile, hohe Schränke oder eine ungeeignete Deckenmontage können die Funktion beeinflussen.
Schritt 6: Abschalteinheit installieren
Die Steuereinheit wird entsprechend der Produktausführung in die Stromversorgung eingebunden. Sie muss sicher untergebracht, elektrisch passend dimensioniert und gegen unbeabsichtigte Beschädigung geschützt sein.
Schritt 7: Elektrische Messungen durchführen
Nach der Installation werden die erforderlichen elektrischen Prüfungen durchgeführt. Dazu gehören abhängig vom Aufbau unter anderem die Kontrolle der Schutzmaßnahmen, Anschlüsse und Abschaltfunktion.
Schritt 8: Funktionsprüfung durchführen
Warnsignal, Kommunikation und automatische Abschaltung werden nach Herstellervorgabe getestet.
Für den Test dürfen keine gefährlichen Brandversuche mit überhitztem Fett oder brennbaren Gegenständen durchgeführt werden.
Schritt 9: Nutzer einweisen und Unterlagen übergeben
Die Nutzer beziehungsweise verantwortlichen Personen müssen wissen:
- was das Warnsignal bedeutet,
- wie auf einen Voralarm reagiert wird,
- wann das System abschaltet,
- wie die Wiederfreigabe funktioniert,
- wie ein Batteriewarnsignal erkennbar ist,
- wer bei Störungen verständigt wird,
- in welchen Abständen Kontrollen vorgesehen sind.
Bei Miet-, Pflege- und Gewerbeobjekten sollte die Einweisung dokumentiert werden.

Herdwächter – Herdüberwachung Berlin Charlottenburg
Was kostet ein Herdwächter mit Installation?
Ein verbindlicher Preis kann erst nach Prüfung von Kochfeld, Einbausituation und Elektroanschluss genannt werden.
Ein normbezogenes Herdwächtersystem ist nicht mit einem einfachen Herdtimer oder einer günstigen Smart-Home-Schaltung vergleichbar. Zum Gesamtaufwand gehören je nach Ausführung:
| Kostenfaktor | Mögliche Auswirkung |
|---|---|
| Herdwächter und Abschalteinheit | Hersteller, Funktionsumfang und Nachweise beeinflussen den Gerätepreis |
| Anschlussart des Herdes | Ein- oder mehrphasige Systeme erfordern passende Schalttechnik |
| Sensorposition | Wand-, Decken- oder Haubenmontage kann unterschiedliche Bauteile erfordern |
| Zugänglichkeit | Eingebaute Küchenmöbel können den Montageaufwand erhöhen |
| Zustand der Elektroinstallation | Mängel an Leitung, Anschlussdose oder Absicherung müssen möglicherweise behoben werden |
| Zusätzliche Funktionen | Fernmeldung, Manipulationsschutz oder besondere Bedienlösungen können Mehrkosten verursachen |
| Gewerbliche Dokumentation | Prüfprotokoll, Kennzeichnung und organisatorische Einbindung erhöhen den Aufwand |
| Anfahrt und Arbeitszeit | Abhängig von Standort und konkretem Montageumfang |
Eine grobe Einschätzung ist häufig anhand aussagekräftiger Fotos möglich. Ein endgültiges Angebot sollte jedoch erst erstellt werden, wenn die Kompatibilität und der technische Aufwand ausreichend geklärt sind.
Bezahlt die Pflegekasse einen Herdwächter?
Ein Herdwächter kann bei vorhandenem Pflegegrad unter bestimmten Voraussetzungen bei der Pflegekasse beantragt werden. Eine Kostenübernahme erfolgt nicht automatisch und muss im Einzelfall geprüft werden.
In Betracht kommen insbesondere:
- eine Beantragung als Pflegehilfsmittel,
- eine Einordnung als wohnumfeldverbessernde Maßnahme,
- eine individuelle Kostenbeteiligung aufgrund des konkreten Pflegebedarfs.
Für Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 kann die Pflegekasse nach aktueller Regelung auf Antrag bis zu 4.180 Euro für geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes zahlen. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme die häusliche Pflege ermöglicht, erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung unterstützt.
Ob ein Herdwächter darunter fällt, entscheidet die Pflegekasse anhand des Einzelfalls.
Sinnvolle Unterlagen für den Antrag
Dem Antrag können beigefügt werden:
- Beschreibung der konkreten Gefahrensituation,
- vorhandener Pflegegrad,
- Begründung, warum die Herdüberwachung die Selbstständigkeit unterstützt,
- Hinweis auf bisherige Beinahe-Schäden,
- Kostenvoranschlag,
- Produktbeschreibung,
- gegebenenfalls Empfehlung der Pflegeberatung, des Pflegedienstes oder eines behandelnden Arztes.
Der Antrag sollte möglichst vor Bestellung und Installation gestellt werden. Eine vorherige Genehmigung verhindert, dass Kosten später wegen eines formalen Fehlers nicht berücksichtigt werden.
Praxisbeispiel: Herdwächter für eine alleinlebende Seniorin
Das folgende Beispiel ist ein typischer, anonymisierter Modellfall und kein konkreter Kundenbericht.
Eine 79-jährige Bewohnerin in Berlin-Charlottenburg lebt weiterhin selbstständig in ihrer Wohnung. Sie kocht täglich auf einem Glaskeramikkochfeld. In den vergangenen Monaten wurde zweimal ein Topf auf einer eingeschalteten Kochzone vergessen. Beim zweiten Vorfall bemerkte eine Nachbarin den Geruch.
Die Familie möchte das selbstständige Kochen nicht unnötig einschränken, sucht aber nach einer technischen Absicherung.
Ausgangssituation
- elektrisches Glaskeramikkochfeld,
- fest angeschlossener Herd,
- Dunstabzugshaube über dem Kochfeld,
- zugängliche Herdanschlussdose,
- dreiphasiger Stromkreis,
- normale Nutzung durch eine Person,
- keine Überwachung des Wohnraums gewünscht.
Fachliche Lösung
Zunächst werden Kochfeld, Anschluss und mögliche Sensorposition geprüft. Anschließend wird ein für die Einbausituation geeigneter Herdwächter ausgewählt.
Der Sensor wird an einer zugelassenen Position montiert. Die Abschalteinheit wird durch den Elektriker in die Herdversorgung integriert. Danach werden Warnsignal und Abschaltfunktion geprüft.
Die Bewohnerin und ihre Tochter erhalten eine verständliche Einweisung:
- Was bedeutet der Voralarm?
- Wie kann eine ungefährliche Kochsituation bestätigt werden?
- Wann schaltet das System ab?
- Wie wird der Herd nach dem Abkühlen wieder freigegeben?
- Wie ist eine schwache Batterie erkennbar?
Ergebnis
Die Bewohnerin kann weiterhin selbstständig kochen. Das System arbeitet im Hintergrund und soll nur dann eingreifen, wenn es eine gefährliche Wärmeentwicklung erkennt.
Der Herdwächter garantiert nicht, dass niemals ein Küchenbrand entsteht. Er reduziert jedoch ein konkret bekanntes Risiko, ohne die Nutzung des Herdes grundsätzlich zu verhindern.
Experteneinschätzung: Worauf es wirklich ankommt
Der größte Nutzen eines Herdwächters entsteht nicht durch den Sensor allein, sondern durch das Zusammenspiel aus geeignetem Produkt, korrekter Sensorposition, sicherer Abschalteinheit, fachgerechter Installation und verständlicher Einweisung.
Ein günstiger Temperatursensor ohne zuverlässige Herdabschaltung kann warnen, bietet aber nicht denselben Schutz wie eine vollständig geplante Herdüberwachung.
Aus fachlicher Sicht sind besonders wichtig:
- Kompatibilität statt pauschaler Produktversprechen: Der Herdwächter muss nachweislich zum Kochfeld und zur Montageposition passen.
- Sichere elektrische Abschaltung: Die Steuereinheit muss für die vorhandene Anschlussleistung und Netzform vorgesehen sein.
- Korrekte Sensorposition: Ein falsch montierter Sensor kann zu verspäteten Reaktionen oder unnötigen Alarmen führen.
- Erhalt der Alltagstauglichkeit: Das System darf normales Kochen nicht ständig unterbrechen.
- Klare Bedienung: Nutzer müssen Warnung, Abschaltung und Wiederfreigabe verstehen.
- Regelmäßige Kontrolle: Eine leere Batterie, ein versetzter Sensor oder eine deaktivierte Steuereinheit können die Schutzwirkung beeinträchtigen.
- Realistische Erwartungen: Ein Herdwächter ist eine zusätzliche Sicherheitsbarriere, keine hundertprozentige Brandgarantie.
Bei privaten Risikopersonen sollte zuerst geklärt werden, welche konkrete Situation abgesichert werden soll. Im Gewerbe muss das System zusätzlich organisatorisch in Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Prüfkonzept eingebunden werden.
Häufige Fehler bei Auswahl und Betrieb
Fehler 1: Einen Herdtimer mit einem Herdwächter verwechseln
Ein Timer schaltet nach einer bestimmten Zeit ab. Er erkennt normalerweise nicht, ob sich auf dem Kochfeld eine akute Gefahr entwickelt.
Fehler 2: Nur nach dem günstigsten Preis auswählen
Bei einem Sicherheitssystem sind Kompatibilität, Nachweise, Ersatzteilversorgung und fachgerechte Installation wichtiger als der niedrigste Onlinepreis.
Fehler 3: Das System vor Prüfung der Küche bestellen
Sensorhöhe, Dunstabzugshaube, Kochfeldbreite und Anschlussart können dazu führen, dass ein bestimmtes Modell nicht geeignet ist.
Fehler 4: Den Sensor an einer beliebigen Stelle befestigen
Die Position darf nicht allein nach optischen Gesichtspunkten gewählt werden. Montagehöhe und Ausrichtung beeinflussen die Erkennung.
Fehler 5: Die Abschalteinheit selbst anschließen
Arbeiten am fest angeschlossenen Herdstromkreis sind keine Heimwerkerarbeit. Fehler können Stromschlag oder Brand verursachen.
Fehler 6: Vorhandene elektrische Mängel ignorieren
Ein Herdwächter behebt keine lose Klemmstelle, beschädigte Leitung oder ungeeignete Absicherung.
Fehler 7: Automatisch von einer Backofenüberwachung ausgehen
Der Sensor überwacht in der Regel das Kochfeld. Der tatsächliche Abschaltumfang hängt von Produkt und Anschlussart ab.
Fehler 8: Einen Elektro-Herdwächter für einen Gasherd verwenden
Die Unterbrechung der Stromversorgung beendet keine Gaszufuhr. Für Gasgeräte ist eine dafür zugelassene Speziallösung erforderlich.
Fehler 9: Das System nach einem Fehlalarm deaktivieren
Wiederholte Alarme sollten nicht durch dauerhaftes Abschalten gelöst werden. Sensorposition, Empfindlichkeit, Bedienung und Kompatibilität müssen geprüft werden.
Fehler 10: Keine Einweisung durchführen
Ein technisch funktionierendes System hilft wenig, wenn die Nutzer nicht wissen, wie sie auf Warnung und Abschaltung reagieren sollen.
Fehler 11: Die Herdfläche weiterhin als Ablage benutzen
Ein Herdwächter reduziert das Risiko, macht brennbare Gegenstände auf dem Kochfeld aber nicht ungefährlich.
Fehler 12: Wartung und Batteriewarnungen ignorieren
Kontroll- und Wechselintervalle richten sich nach den Herstellerangaben. In Pflege- und Gewerbeobjekten sollten die Kontrollen dokumentiert werden.
Was ist nach einem Alarm oder einer Abschaltung zu tun?
Nach einem Voralarm sollte zunächst aus sicherer Entfernung geprüft werden, was die Wärmeentwicklung verursacht.
Ist noch kein Rauch oder Feuer vorhanden:
- Kochfeld nicht unüberlegt erneut einschalten.
- Heiße Töpfe und Pfannen nur berühren, wenn dies gefahrlos möglich ist.
- Brennbare Gegenstände aus dem Kochbereich entfernen, sofern keine Eigengefährdung besteht.
- Kochstelle abkühlen lassen.
- Ursache des Alarms feststellen.
- System entsprechend der Bedienungsanleitung wieder freigeben.
Bei Rauch oder offenem Feuer gilt:
- keine riskanten Löschversuche unternehmen,
- den Raum verlassen,
- andere Personen warnen,
- die Tür zur Küche möglichst schließen,
- die Feuerwehr unter 112 rufen,
- niemals brennendes Fett mit Wasser löschen.
Löst das System wiederholt ohne erkennbare Ursache aus, sollte es nicht überbrückt oder dauerhaft deaktiviert werden. In diesem Fall ist eine technische Überprüfung erforderlich.
Bei akuten elektrischen Störungen erreichen Sie den Elektriker-Notdienst in Berlin-Charlottenburg.
Kurz zusammengefasst
- Ein Herdwächter überwacht die Wärmeentwicklung am elektrischen Kochfeld.
- Bei erkannter Gefahr warnt das System und kann die Stromzufuhr automatisch unterbrechen.
- Ein Herdtimer ist nicht automatisch ein vollwertiger Herdwächter.
- Für geprüfte Herdschutzsysteme ist insbesondere DIN EN 50615 beziehungsweise VDE 0700-615 relevant.
- Die Herdüberwachung muss zum Kochfeld, zur Sensorposition und zum elektrischen Anschluss passen.
- Die Installation sollte durch eine Elektrofachkraft erfolgen.
- Für private Küchen besteht keine pauschale bundesweite Einbaupflicht.
- In Unternehmen kann eine Herdüberwachung aus der Gefährdungsbeurteilung heraus sinnvoll werden.
- Bei Pflegegrad kann eine Kostenübernahme oder Förderung im Einzelfall beantragt werden.
- Ein Herdwächter ersetzt weder Rauchwarnmelder noch einen sicheren Herdanschluss.
- Kochfelder dürfen auch mit Herdwächter nicht als Ablagefläche verwendet werden.
- Die Schutzfunktion muss regelmäßig nach Herstellervorgabe kontrolliert werden.
FAQ: Häufige Fragen zum Herdwächter
Was ist ein Herdwächter?
Ein Herdwächter ist ein technisches Sicherheitssystem, das die Wärmeentwicklung am Kochfeld überwacht. Erkennt es eine mögliche Brandgefahr, warnt es und kann die Energiezufuhr des Herdes automatisch unterbrechen.
Ist ein Herdwächter dasselbe wie eine Herdabschaltautomatik?
Nicht immer. Eine Herdabschaltautomatik kann lediglich zeitgesteuert arbeiten. Ein Herdwächter bewertet dagegen typischerweise die thermische Situation am Kochfeld und reagiert auf eine erkannte Gefährdung.
Kann ein Herdwächter nachgerüstet werden?
In vielen Küchen ist eine Nachrüstung möglich. Voraussetzung ist, dass ein geeignetes System für Kochfeld, Sensorposition und elektrische Anschlussart verfügbar ist.
Funktioniert ein Herdwächter bei einem Ceranfeld?
Für Glaskeramik- beziehungsweise Cerankochfelder gibt es geeignete Systeme. Die konkrete Herstellerfreigabe muss dennoch geprüft werden.
Funktioniert die Herdüberwachung bei Induktion?
Ja, für Induktionskochfelder sind geeignete Herdwächter erhältlich. Das ausgewählte Modell muss ausdrücklich für die vorhandene Einbausituation freigegeben sein.
Kann ein Herdwächter an einem Gasherd eingesetzt werden?
Ein üblicher Herdwächter für Elektrokochfelder reicht dafür nicht aus. Bei Gasherden ist eine speziell zugelassene Lösung zur sicheren Unterbrechung der Gaszufuhr erforderlich.
Schaltet der Herdwächter auch den Backofen aus?
Das hängt von der elektrischen Versorgung und dem verwendeten System ab. Der Sensor überwacht üblicherweise das Kochfeld. Ob zusätzlich der Backofen abgeschaltet wird, muss bei der Planung geklärt werden.
Ist ein Herdwächter bei Demenz sinnvoll?
Ein Herdwächter kann bei beginnender Demenz oder Gedächtnisstörungen eine sinnvolle zusätzliche Schutzmaßnahme sein. Er kann dazu beitragen, selbstständiges Kochen länger zu ermöglichen. Bei fortgeschrittenen Einschränkungen ersetzt er jedoch keine individuelle Betreuung und Risikobeurteilung.
Ist ein Herdwächter gesetzlich vorgeschrieben?
Für private Haushalte besteht keine allgemeine bundesweite Pflicht. In Pflege-, Miet- oder Gewerbeobjekten können sich Anforderungen aus Verträgen, Betreiberpflichten, Gefährdungsbeurteilungen oder Brandschutzkonzepten ergeben.
Muss ein Herdwächter vom Elektriker installiert werden?
Die Einbindung einer Abschalteinheit in einen fest angeschlossenen Herdstromkreis sollte durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Einzelne Produkte können besondere Anschlussvarianten besitzen; maßgeblich ist immer die jeweilige Herstelleranleitung.
Wie viel kostet ein Herdwächter?
Der Gesamtpreis hängt von Gerät, Anschlussart, Sensorposition, Einbausituation und Zustand der Elektroinstallation ab. Ein seriöses Angebot sollte neben dem Produkt auch Montage, elektrische Prüfung, Funktionskontrolle und Einweisung berücksichtigen.
Bezahlt die Pflegekasse einen Herdwächter?
Eine Beantragung ist bei vorhandenem Pflegegrad möglich. Ob und in welcher Höhe die Pflegekasse die Kosten übernimmt, wird individuell entschieden. Der Antrag sollte möglichst vor dem Kauf gestellt werden.
Kann ein Herdwächter Fehlalarme auslösen?
Unnötige Alarme sind grundsätzlich möglich, beispielsweise bei ungeeigneter Sensorposition, falscher Einstellung oder außergewöhnlichen Kochvorgängen. Ein passendes System und eine korrekte Montage reduzieren dieses Risiko.
Was passiert nach der automatischen Abschaltung?
Der Herd bleibt zunächst ausgeschaltet. Nach Beseitigung der Gefahr und ausreichendem Abkühlen kann das System abhängig vom Modell automatisch oder manuell wieder freigegeben werden.
Wie oft muss ein Herdwächter geprüft werden?
Kontroll- und Wartungsintervalle richten sich nach den Angaben des Herstellers. Batteriewarnungen und Störmeldungen müssen zeitnah beachtet werden. In gewerblichen oder betreuten Objekten empfiehlt sich eine dokumentierte Funktionskontrolle.
Ersetzt ein Herdwächter den Rauchwarnmelder?
Nein. Beide Systeme erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Der Herdwächter soll eine gefährliche Wärmeentwicklung am Kochfeld unterbrechen. Der Rauchwarnmelder warnt vor bereits entstandenen Brandgasen.
Herdwächter – Herdüberwachung schützt dort, wo Aufmerksamkeit allein nicht genügt
Herdwächter – Herdüberwachung ist eine wirkungsvolle zusätzliche Schutzebene gegen Küchenbrände, wenn das System zum Kochfeld passt, nach einem nachvollziehbaren technischen Standard ausgewählt und fachgerecht installiert wird.
Besonders sinnvoll ist die automatische Herdabschaltung für Senioren, alleinlebende Menschen, Personen mit Gedächtnisproblemen, betreute Wohnformen, Vermieter, Gemeinschaftsküchen und gewerbliche Nutzer.
Entscheidend ist jedoch eine realistische Erwartung: Der Herdwächter kann Risiken reduzieren, aber keine vollständige Brandsicherheit garantieren. Eine sichere Elektroinstallation, freie Kochflächen, aufmerksames Verhalten, Rauchwarnmelder und regelmäßige Funktionskontrollen bleiben unverzichtbar.
Herdwächter in Berlin-Charlottenburg prüfen und nachrüsten lassen
Sie möchten einen Herdwächter nachrüsten oder wissen nicht, welches System zu Ihrem Kochfeld passt?
Wir prüfen Kochfeld, Anschlussart, mögliche Sensorposition und bestehende Elektroinstallation. Anschließend erhalten Sie eine fachlich passende Empfehlung für Ihre Privatwohnung, Seniorenwohnung, Pflegeeinrichtung, Büroküche oder Ihr Gewerbeobjekt.
Für eine erste Einschätzung können Sie Fotos des Kochfeldes, des Typenschildes, der Dunstabzugshaube und des geschlossenen Sicherungskastens übermitteln.
Telefon: 030 – 814 509 278
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